Die Systemische Familientherapie entwickelte sich in den 50er Jahren als Bewegung aus der Erkenntnis heraus, dass auffälliges, "verrücktes" Verhalten als eine stimmige Reaktion im Zusammenhang mit den Umweltbedingungen, wie z.B. der Familienstruktur verstanden werden kann.
Denn immer häufiger wurde klar, wie sehr die Familienmitglieder in die Problematik des Erkrankten eingebunden waren. Oft nahmen die Familienangehörigen genau dann den Angehörigen aus der Therapie heraus, wenn endlich erste Fortschritte in der Therapie sichtbar wurden. Diese Erkenntnis führte zunächst zu der falschen Annahme, dass die ganze Familie Schuld an der Erkrankung des Einzelnen sei: Wenn der Einzelne schon nichts für seine Problematik kann, sind bestimmt seine Eltern oder seine Großeltern, etc. Schuld an der Misere. Diese Suche nach dem Schuldigen führte sicherlich nicht zu einer Verbesserung der Problematik, so dass sich einige kreative und mutige Therapeuten, wie Virginia Satir, Paul Watzlawick, Helm Stierlin, etc. auf den Weg machten und neue Erkenntnisse gewannen und Methoden entwickelten. Mittlerweile ist es selbstverständlich, dass die systemische Therapeutin und der systemische Therapeut Respekt vor den Annahmen und Überzeugungen jedes Mitglieds des Systems zeigt. Ihre Aufgabe ist es, dem System die Möglichkeit zu eröffnen, sich selbst in einer neuen positiveren und gesünderen Form zu ordnen.